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WBEready – Abwasserbasierte Epidemiologie und Preparedness: Forschungsbedarf für eine Roadmap zum Aufbau adaptiver Monitoringkapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Die abwasserbasierte Epidemiologie (WBE) konnte während der COVID-19-Pandemie in Deutschland frühzeitig Indikatoren für ein Infektionsgeschehen liefern und damit die Individualtestung zur Erkennung von Ausbrüchen ergänzen. WBE ermöglicht zudem eine regionale Überwachung und kann den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) bei der Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten unterstützen. In einer Weiterentwicklung der WBE sieht das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auch über COVID-19 hinaus großen Nutzen. Um das volle Potenzial der WBE in eine breite Anwendung zu bringen, müssen jedoch neue analytische, technische, epidemiologische und institutionelle Forschungsfragen geklärt werden.

Die übergeordnete Zielsetzung des Vorhabens WBEready ist die wissenschaftliche Erweiterung einer Roadmap für den Aufbau einer zukunftsweisenden WBE mit adaptiven Monitoring-Kapazitäten im ÖGD. Dazu soll das Screening neben SARS-CoV-2 um zahlreiche weitere Erreger inklusive zirkulierender und neu auftretender (emerging) humanpathogener Viren als auch um antimikrobielle Resistenzen erweitert und durch Beantwortung offener Forschungsfragen Grundlagen geschaffen werden, um zielgerichtet und kosteneffizient auf neuartige Anforderungen im ÖGD vorzubereiten (Preparedness).

Zentrale Fragen sind, welche neuen Zielparameter für den WBE-Aufbau geeignet sind, welche Anforderungen epidemiologisch erforderlich sind und wie WBE die institutionelle Arbeit des ÖGD unterstützen kann. Um die relevanten Forschungsfragen zu bearbeiten soll das Verbandsgebiet von Emschergenossenschaft und Lippeverband mit Schwerpunkt auf das Ruhrgebiet als Reallabor im Hinblick auf die nutzbare Abwasser-Infrastruktur (Ballungsräume, Kanalnetze, Krankhäuser, Kläranlagen unterschiedlicher Größenklassen) unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Parameter untersucht werden.

Das interdisziplinäre WBEready-Konsortium besitzt die Expertise, Erfahrung und Vernetzung zur Beantwortung dieser Forschungsfragen. Bereits in der ersten Pandemiewelle im April 2020 wurden Probenahmen zum SARS-CoV-2-Abwassermonitoring durchgeführt, die erste Veröffentlichung in der Coronapandemie in Deutschland publiziert, eigene Laborkapazitäten aufgebaut und mit dem BMBF-Forschungsvorhaben COVIDready und weiteren Vorhaben in der Emscher-Lippe-Region eine enge Zusammenarbeit mit den für einen Einsatz von WBE wesentlichen Akteuren auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene etabliert.

Arbeitspakete

  • AP0 Projektleitung und Vernetzung
  • AP1 Wissensstand und Möglichkeitsräume
  • AP2 WBE-Toolbox: Methodenentwicklung und Validierung
  • AP3 Reallabor Emscher-Lippe-Region
  • AP4 WBE-Roadmap: Preparedness und One Health

Fachexpertise des Konsortiums

Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. habil. Marek Widera (KGU)

Verbundkoordination
Dr. sc. Dipl.-Ing.
Frank-Andreas Weber
Jana Vredenburg, M.Sc.
(FiW e. V.)

Koordination Reallabor Emscher-Lippe
Tina Schmidt (EGLV)

Koordination ÖGD
PD Dr. Dr. Ricarda Schmithausen